Februar 2026:
Fasten ist keine Erfindung unserer Zeit voller Überfluss, sondern lässt sich in vielen Kulturen belegen. Meistens fand es zu bestimmten Jahreszeiten statt – ursprünglich mit spirituellem oder religiösem Hintergrund. Der teilweise (z. B. Fleisch) oder vollständige Verzicht auf Nahrung diente – vereinfacht gesagt – der inneren Reinigung oder Buße. Im Christentum kennen wir das Fasten vor Ostern, im Islam den Ramadan, im Judentum den Jom Kippur (Versöhnungstag). Doch das Motiv des Fastens findet sich auch heute noch in vielen weiteren Religionen und Kulturen – jede mit ihren eigenen Regeln und Ritualen.
Fun Fact: Es hat schon etwas Ironisches an sich, dass DAS Fastenessen schlechthin, der Heringsalat, ursprünglich ein einfaches und erschwingliches Fastenessen war. Heute ist der Heringschmaus oft üppig – und es scheint fast einen Wettbewerb zu geben, wer den besten, schönsten, fantasievollsten Salat anbietet. Das einzige, was den Heringsalat heute noch mit der ursprünglichen Idee verbindet, ist, dass er fleischlos ist … oder nicht einmal das zwingend, denn es gibt sogar Zubereitungen mit Wurst.
Worauf wird gefastet?
Für die meisten bedeutet Fasten heute, auf ein bestimmtes Nahrungsmittel zu verzichten. Traditionell wird im Christentum die 40 Tage vor Ostern auf Fleisch verzichtet. Wer ohnehin kein Fleisch isst oder wem das zu wenig ist, sucht sich etwas anderes: Schokolade, Alkohol, Softdrinks, Knabberzeug, Fertigprodukte, Weißmehl oder Milchprodukte. Wer mutig ist, verzichtet auf Kaffee – und nicht wenigen wird dies schwer gemacht, wenn sich in den ersten Tagen des Verzichts Entzugserscheinungen wie Kopfschmerzen einstellen – diese vergehen aber nach wenigen Tagen wieder.

Warum wird gefastet?
Bei vielen Menschen in Österreich hat das Fasten heute nicht zwingend mit Religion zu tun – dennoch besitzt das Fasten in vielen Religionen nach wie vor einen hohen Stellenwert. Vielmehr geht es darum, sich und seinem Körper etwas Gutes zu tun, schlechte Gewohnheiten abzulegen und durch eine gesündere, ausgewogene Ernährung zu ersetzen – oft auch mit dem Wunsch verbunden, Gewicht zu verlieren. Was immer der Beweggrund ist, zu fasten: Es befreit von etwas. Wer die 40 Tage durchhält, darf stolz sein – und spürt oft auch körperliche Veränderungen. So gesehen ist die Zeit im Frühling perfekt, steht sie doch mit dem Wiedererblühen der Natur für einen Neuanfang. Dumm nur: Mit dem Fastenbrechen – meist eine üppige Osterjause – fällt man leicht wieder in alte Muster zurück.
Planen Sie Ihre Fastenzeit gut. Überfordern Sie sich nicht – weder körperlich noch geistig. Sie müssen ja auch in dieser Zeit Ihren Alltag meistern. Setzen Sie sich daher realistische Ziele. Gesunde, erwachsene Menschen können normalerweise problemlos 40 Tage fasten – kein Fleisch, kein Alkohol, keine Süßigkeiten. Dafür braucht es vor allem eines: Willenskraft. Wer mehr Unterstützung sucht oder intensiver fasten möchte, findet bei uns in der Apotheke Beratung zu Heilfasten, Basenfasten, Entschlacken – und auch hochwertige Produkte, die das Fasten unterstützen: Kräutertees, Basenpulver, Mittel gegen unerwünschte Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen oder Müdigkeit.
Alternative Fastenmodelle
Fasten wird heute nicht nur mit dem Verzicht auf Lebensmittel in Verbindung gebracht. Man kann auch von schlechten Gewohnheiten fasten und so wieder mehr Zeit und Lebensqualität zurückgewinnen.
Fernsehfasten oder etwas entschärft: Keine Serien schauen.
Computerspielfasten und stattdessen einmal zu einem Brettspiel greifen. Es gibt deutlich mehr als „Mensch ärgere dich nicht“, „Mühle“ oder „Schach“ – es gibt auch richtige Abenteuerwelten.
Autofasten und dafür, wann immer es möglich ist, zu Fuß gehen, das Fahrrad oder den Bus nehmen. Zugegeben, das ist in der Stadt sicher leichter als auf dem Land – aber vielleicht ist es möglich, die notwendigen Fahrten anders zu organisieren/zu bündeln oder sich mit Nachbarn abzusprechen.
Handyfasten – es geht dabei nicht um ein Telefonier-Verbot, sondern in erster Linie darum, nicht bei jedem Ping gleich zum Handy zu greifen und nachzuschauen, welch wichtiges Kochrezept, welch süßes Welpen-Reel oder welch paradiesisches Urlaubsfoto jemand in die Chatgruppe gestellt hat. Und auch darum, sich vom Zwang zu befreien, jeden Moment mit der Handykamera festzuhalten.

Social-Media-Fasten bringt meist recht schnell die Erkenntnis, dass ein Tag ohne Likes, Memes, Stories und Reels gechillt und befreiend sein kann – und plötzlich mehr Zeit für ein reales Leben da ist – sei es für einen Spaziergang oder ein Treffen mit echten Menschen.
Verzicht auf Shopping als Freizeitbeschäftigung, keine Fast Fashion kaufen, keine Online-Shopping-Sessions.
Schlechte Laune Fasten: davon profitieren auch die Mitmenschen, ein Lächeln ist ansteckend, kommt meistens zurück und eine positive Einstellung wirkt sich auch auf das eigene körperliche Empfinden aus.
Egal was, egal wie skurril der Verzicht zu sein scheint – die Grundidee bleibt dieselbe. Es geht nicht darum, dass der Verzicht auf etwas einen Verlust bedeutet oder etwas weggenommen werden soll, sondern es ist ein Befreien von zwanghaftem Verhalten und damit eine Reinigung – eine Reinigung von zeitraubenden Gewohnheiten, eine persönliche Bereicherung in Form von mehr Zeit, eine Chance, die Konzentration weg von der Oberflächlichkeit der Bildschirm- und Influencerwelten zu lenken und den Fokus auf das reale Leben zu richten. Jedenfalls ein Schritt zu mehr Selbstbestimmung – und das fühlt sich dann schnell auch viel gesünder an.
