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Es ist Winter. Es ist kalt. Na und?

    Jänner 2026

    Statistisch zählen die Monate Jänner und Februar zu den kältesten in Kärnten. Aktuell zeigt sich der Winter nun von seiner kalten Seite, sogar garniert mit einer weißen Schneedecke. Inklusive diesjährigem Winter-Temperaturrekord – wenn auch nicht in Völkermarkt: In Liebenau-Gugu im Waldviertel wurden -29°C gemessen. Der österreichische offiziell gemessene Wert liegt noch deutlich tiefer.

    Es muss gar nicht so kalt sein. Schaffen es die Temperaturen auch tagsüber nicht über die 0-°C-Grenze und gesellt sich ein wenig Wind dazu, empfinden wir es schnell als sehr ungemütlich und sind versucht, unsere guten Neujahrsvorsätze rasch wieder zu archivieren. Doch kalte Temperaturen allein sind kein Grund, daheim zu bleiben – und seien wir ehrlich: Winterstürme, die ein Im-Haus-Bleiben rechtfertigen würden, gibt es bei uns recht selten. Aber natürlich gibt es ein paar Dinge zu beachten, denn auch Kälte kann dem Körper zusetzen.

    große Schneekristalle

    Richtige Kleidung

    Während sich die einen auch im Winter kurzärmelig ins Freie begeben – oder sogar medienwirksam einen Sprung in den See wagen – hüllen sich die meisten vernünftigerweise in dicke Daunenmäntel. Ein kurzer Kältereiz wird einem gesunden Körper nicht schaden, aber bei einem längeren Aufenthalt in der Kälte sollte immer auf warmhaltende Kleidung geachtet werden, denn es gilt, ein Auskühlen des Körpers zu verhindern. Kopf, Hände und Füße sind dabei besonders wichtig.

    Es hat sich bewährt, auf mehrere dünne Schichten zu setzen, da die zwischen den Schichten eingeschlossene Luft isolierend wirkt und bei Bedarf auch eine Schicht ausgezogen werden kann. Nicht unterschätzt werden sollte die richtige Auswahl der Materialien, denn diese kann viel zum Wohlbefinden beitragen. Wer besonders leicht friert, sollte auf Materialien wie Wolle, Kaschmir oder Alpaka zurückgreifen, da diese Fasern besonders gut isolieren und gleichzeitig eine hervorragende Feuchtigkeitsregulierung bieten. Wollfasern haben einen natürlichen Aufbau, der bereits Luft einschließt; durch diese „Luftkammern“ dringt Kälte nicht so leicht durch. Zudem kann Wolle viel Wasser aufnehmen, bevor sie sich nass anfühlt – auch das ist ein Faktor, der unser Kälteempfinden maßgeblich beeinflusst. Baumwolle ist zwar auch eine Naturfaser, verfügt aber nicht über die Eigenschaften von Wolle … muss sie auch nicht: Während Wolle – oder besser gesagt die Fasern, aus denen Wolle gewonnen wird – ursprünglich die Aufgabe hatten, Schaf oder Ziege vor Kälte und Feuchtigkeit zu schützen, mussten die Samenhaare, aus denen unsere Baumwolle gewonnen wird, nie eine solche Aufgabe erfüllen. Wollsocken halten die Füße zum Beispiel deutlich besser warm als Socken aus Baumwolle oder (billigen) Synthetikfasern. Praktischer Nebeneffekt: Wolle hemmt auch die Bildung von Schweißgeruch.

    2 Schneeschuh-Wanderer gehen über ein tief verschneites Feld

    Spezielle Sportkleidung verfügt über die Eigenschaft, Feuchtigkeit nach außen zu leiten, aber auch hier greifen immer mehr Hersteller auf Wolle bzw. eine Beimischung von Wolle zurück. Vor allem bei sportlicher Betätigung sollte auf die bereits im vorigen Absatz erwähnten mehreren dünnen Lagen gesetzt werden.

    Bewegung = Wärme

    Bewegung hält warm. Dazu reicht schon ein (flotter) Spaziergang. Sie sollen natürlich nicht frieren, aber zumindest den Tipp beherzigen, sich nur so weit anzuziehen, dass Ihnen im ersten Moment das Hinausgehen kühl und unangenehm erscheint. Aber auch die Art der Betätigung – Spaziergang, Joggen, Schneeschuhwandern, Skifahren usw. – wird Einfluss auf die Wahl der Kleidung haben. Mit der Bewegung produziert der Körper Wärme, und je intensiver die Bewegung, umso größer ist natürlich dieser Effekt, und man kommt – auch im Winter! – ins Schwitzen. Das wird dann recht ungemütlich, denn die Verdunstung auf der Hautoberfläche bewirkt wiederum ein Auskühlen. Das ist zwar die Aufgabe des Schwitzens, aber im Winter bei kalten Temperaturen nicht gerade erwünscht. Kleidung, die wenig Feuchtigkeit aufnehmen kann und/oder diese nicht nach außen transportiert, lässt uns frieren.

    Zwei Kinder spielen am gefrorenen See Eishockey

    Durch die Bewegung kommt der Kreislauf in Schwung, das Immunsystem wird gestärkt, Muskeln und Gleichgewicht werden trainiert, und ehrlich gesagt fühlt man sich nach einem ausgiebigen Winterspaziergang, einer Winterwanderung, einem Skitag oder sonstiger Bewegung in der Natur freier im Kopf, schläft besser und ist ausgeglichener … die Couch wartet ohnehin zuverlässig daheim und ist dann – vielleicht mit einer Tasse Tee – um einiges gemütlicher.

    Ernährung und Trinken

    Theoretisch können wir auch im Winter jedes Lebensmittel kaufen, das wir wollen. Erdbeeren und Weintrauben im Winter finden sich bereits das ganze Jahr über in jedem Supermarkt. Das ist ein Luxus, an den wir uns gewöhnt haben und bei dem wir oft auch die miserable Ökobilanz bezüglich langer Transportwege und Pestizideinsatz nicht hinterfragen – selbst den faden Geschmack nehmen wir in Kauf. Wer sich an heimischem Obst und (Winter-)Gemüse labt, macht schon vieles richtig, denn vor allem in der kalten Jahreszeit hilft ein ausgewogener, abwechslungsreicher und gesunder Speiseplan, den Körper mit wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen zu versorgen. Wer zum Frieren neigt, sollte eher auf gedünstetes Gemüse als auf einen erfrischenden Salat setzen. Laut TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) gibt es – vereinfacht gesagt – Lebensmittel, die uns wärmen, und solche, die uns kühlen. Dazu finden Sie mehr Information in unserem Blogbeitrag „Wärmende Nahrung“ – auch mit Rezepten.

    Wichtig ist, vor allem im Winter auf eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung zu achten. Diese kann mit Gewürzen – zum Beispiel Ingwer, Kurkuma, Zimt, Knoblauch usw. – ergänzt werden. Zudem muss auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden – auch wenn durch die kühlen Temperaturen das Durstgefühl weniger ausgeprägt ist. Mit warmen Tees und Wasser wird der Körper bestens unterstützt, den Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen (ja, das machen wir auch im Winter) auszugleichen und die Schleimhäute feucht zu halten, was Krankheitserreger leichter abwehrt.

    Haut im Winter

    Unsere Haut ist im Winter doppelt gefordert. Einerseits halten wir uns viel in geschlossenen und geheizten Räumen auf, andererseits ist die Haut – vor allem im Gesicht – direkt den kalten Temperaturen ausgesetzt. Je nach Typ kommt die Haut damit besser oder schlechter zurecht; vor allem empfindliche Menschen klagen im Winter über Rötungen, Spannungsgefühl, Trockenheit und damit verbunden auch über Juckreiz.

    Der Wechsel zwischen trockener Heizungsluft und kalten Außentemperaturen bei niedriger Luftfeuchtigkeit (je kühler, umso weniger Wasser kann die Luft aufnehmen) macht unserer Haut zu schaffen. Wenn es kalt wird, drosselt die Haut die Talgproduktion, bis sie ab ca. minus 5 °C gänzlich eingestellt wird. Dies hat natürlich negative Auswirkungen auf die Selbstversorgung der Haut durch einen eigenen Fettfilm, und die Haut kann austrocknen, schuppig oder sogar rissig werden. Abhilfe schaffen hier Cremen. Wir haben in unserer Apotheke eine große Auswahl an Cremen und Lotions für jeden Hauttyp und helfen Ihnen gerne, das richtige Produkt für Ihren Hauttyp zu finden. Eine „normale“ Haut wird schon mit einer üblichen Lotion und Gesichtscreme auskommen, empfindliche und trockene Haut wird mehr Pflege benötigen, zum Beispiel Cremen mit Urea.

    Ein Herz aus Schnee

    Bei sehr kalten Temperaturen können Sie Ihre Haut mit fetthaltigeren Cremen vor dem Austrocknen schützen – bei Sportarten wie Skifahren oder Wandern in den Bergen kann zu sogenannten Cold Creams gegriffen werden. Diese haben einen besonders hohen Fettanteil und bilden eine gute Barriere, um die Haut vor Kälte, Wind, Nässe und dem Austrocknen zu schützen. Übrigens: Vergessen Sie auch im Winter nicht auf den Sonnenschutz – durch den reflektierenden Schnee haben schon viele Wintersportler die Kraft der Sonne unterschätzt und einen Sonnenbrand als Andenken mit nach Hause genommen.

    Macht Kälte krank

    Der Verdacht liegt nahe. Immerhin rollt zuverlässig im Winter die Grippewelle durch das Land, aber auch abseits davon scheint das halbe Land krank zu sein. Daran ist aber nicht die Kälte schuld – bzw. wenn, dann nur indirekt. Für Schnupfen, Husten und grippale Infekte braucht es immer einen Krankheitserreger.

    In der kalten Jahreszeit halten wir uns meistens in geschlossenen und oft auch schlecht gelüfteten Räumen auf, die Heizungsluft trocknet die Schleimhäute aus und macht sie so anfälliger für Erkältungsviren. Vor allem in Räumen, in denen sich viele Menschen befinden – Schule, Büro, öffentliche Verkehrsmittel, Veranstaltungen –, sind vermutlich auch solche mit Schnupfen, Husten oder Halskratzen. Mit diesem Cocktail haben Viren leichtes Spiel.

    Tropfender Eiszapfen

    Zudem sinkt bei Kälte die Durchblutung der Schleimhäute; dadurch können Viren diese Barriere leichter durchdringen. Allerdings ist im Freien die Wahrscheinlichkeit, sich anzustecken, geringer, da meist der Abstand zwischen den Personen größer ist. Es ist also nicht die direkte Kälte, die krank macht, sondern die Umstände wie trockene Luft, die es Krankheitserregern leichter machen.

    Fazit:

    Wer fit und gesund durch den Winter kommen möchte, sollte sich auch der Kälte stellen. Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft mit gut ausgewählter Kleidung, die ausreichend wärmt, sowie eine abwechslungsreiche und gesunde Ernährung fördern und unterstützen das Immunsystem. Auch die Haut freut sich über eine angepasste Pflege. Also: auch im Winter raus ins Freie und viel Spaß bei der Bewegung.

    Weg durch verschneiten Wald