Wir freuen uns auf den Sommer, denn er ist auch die Zeit der Ferien, Urlaube, Reisen an Seen, ans Meer oder in die Berge, laue Abende und viel Aktivitäten im Freien. Doch die Sommermonate bringen nicht nur Sonne und gute Laune mit sich, sondern oft auch extreme Hitze. Temperaturen über 30 Grad sind in vielen Regionen keine Seltenheit mehr und ehrlich gesagt ist dies eine Herausforderung für unseren Körper und unseren Alltag. Ab welcher Temperatur die Hitze zum Problem wird, kann nicht pauschal gesagt werden. Auch die Luftfeuchtigkeit – je feuchter/schwüler, umso belastender – und individuelle Empfindungen spielen dabei eine Rolle. Doch mit ein paar einfachen Maßnahmen lässt sich die sommerliche Hitze gut überstehen – und auch die heißen Tage genießen.
1. Richtig trinken – aber was und wie?
Ausreichend trinken ist das ganze Jahr wichtig, denn unser Körper besteht zu einem großen Teil aus Wasser. Dieses spielt unter anderem auch eine bedeutende Rolle bei der Regulierung der Körpertemperatur. Bei hohen Temperaturen verliert unser Körper durch Schwitzen – welches durch Verdunstungskälte die Körperoberfläche kühlt – viel Flüssigkeit. Deshalb ist es wichtig, ausreichend zu trinken – mindestens 2 bis 3 Liter am Tag. Am besten eignen sich Wasser, ungesüßte Tees oder stark verdünnte Fruchtsäfte. Alkoholische und koffeinhaltige Getränke sollten gemieden werden, denn sie entziehen dem Körper zusätzlich Flüssigkeit.

Tipp: Trinke regelmäßig kleinere Mengen, am besten schon bevor sich ein Durstgefühl einstellt. Auch wenn ein eisgekühltes Getränk im ersten Moment erfrischend scheint, ist es nicht ideal, denn zu kalte Getränke – vor allem auch zu schnell getrunken – können den Kreislauf zusätzlich belasten oder zu Magenproblemen führen – besser sind kühle bis lauwarme Getränke.
2. Der Hitze angepasst essen
Neben ausreichender Flüssigkeitszufuhr ist es bei Hitze auch empfehlenswert mit einer leichten und wasserreichen Ernährung den Körper zu unterstützen. Diese entlastet den Kreislauf und führt zugleich auch Flüssigkeit zu. Je schwerer verdaulich eine Mahlzeit ist, umso mehr Energie müssen Magen und Darm aufwenden, was wiederum den Körper wärmt. Ideal sind daher frisches Obst (z. B. Melone, Beeren, Pfirsiche, …), Salate, Rohkost, (kalte) Suppen (wie Gazpacho) oder gedünstetes Gemüse. Aber auch Joghurt und Topfengerichte, mageres Fleisch, Fisch oder vegetarische Eiweißquellen wie Hülsenfrüchte sind gut verträglich und gleichen zudem den Elektrolytverlust durch starkes Schwitzen aus. Wie bei den Getränken gilt auch beim Essen, dieses lauwarm und nicht zu heiß oder zu kalt zu genießen. Unser Körper versucht die Nahrungsmittel auf Körpertemperatur zu bringen, das streng ihn an und wir kommen ins Schwitzen.
Tipp: Wassermelone, Gurke und Tomaten bestehen zu über 90 % aus Wasser – perfekt, um gleichzeitig Hunger und Durst zu stillen! Wassermelone mit Feta oder Caprese (Tomate mit Mozzarella und Basilikum) schmeckt nicht nur gut, sondern versorgen den Körper mit Wasser und Salz

3. Leichte und luftige Kleidung tragen
Im Sommer ist weniger oft mehr – zumindest bei der Kleidung. Es ist die Zeit der kurzen Hosen und Röcke, Tops aber auch der Badekleidung. Aber auch beim Sonnengenuss sollte die Devise „weniger ist mehr“ bedacht werden und die Sonne in vernünftigen Maßen genossen werden. Auch die Wahl der richtigen Kleidung kann bei Hitze helfen. Helle, weite Kleidung aus Naturmaterialien wie Baumwolle oder noch besser Leinen ist ideal. Sie lässt Luft an die Haut und hilft beim Temperaturausgleich. Dunkle Farben hingegen speichern Wärme und lassen uns schneller schwitzen.

Tipp: Sonnenhut, Kappe oder auch einen Schirm nicht vergessen – sie schützen den Kopf und verhindern Überhitzung!
4. Sonne meiden – vor allem zur Mittagszeit
Zwischen 11 und 16 Uhr ist die Sonneneinstrahlung am stärksten. Wer kann, sollte in dieser Zeit direkte Sonne meiden und körperliche Anstrengung in die Morgen- oder Abendstunden verlegen.
Doch dies lässt sich nicht immer so einfach einteilen. Wer über die Mittagszeit im Freien sein muss, sollte sich nach Möglichkeit Schatten suchen, Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor auftragen und regelmäßig nachcremen! Letzteres gilt generell, denn auch an kühleren, wolkenlosen Tagen kann die Sonne unangenehme und letztendlich gefährliche Sonnenbrände verursachen. Achtung, auch im Schatten gibt es UV-Strahlung, die an die Haut kommen und einen Sonnenbrand verursachen kann.
Kühlenden Schatten findet man unter (großen) Bäumen oder auf der der Sonne abgewandten Seite von Gebäuden. Aber auch Markisen, Sonnensegel oder Sonnenschirme helfen.
Tipp: Sportliche Aktivitäten wenn möglich in die noch kühleren Morgenstunden verlegen.
5. Wohnung und Räume kühl halten
Eine gut gekühlte Wohnung ist im Sommer Gold wert und manchmal ist es gar nicht so einfach, die Temperatur in den Räumen niedrig zu halten. Dies hängt auch von der Bausubstanz ab – eine gut isolierte Wohnung bewährt sich auch im Sommer. Es gibt aber ein paar Maßnahmen die man treffen kann, damit die Hitze sich nicht der Wohnräume bemächtigt:
- Morgens und abends – oder auch über Nacht – gründlich lüften, tagsüber Fenster geschlossen halten bzw. nur kurz lüften. Fenster spätestens schließen, wenn die Sonne hineinscheint und dabei …
- … Sonneneinstrahlung in die Räume vermeiden: Außen angebrachter Sonnenschutz wie Jalousien oder Rollläden bewahren besser vor Hitze als Rollos oder Vorhänge.
- Elektrische Geräte (z. B. Fernseher, Computer) möglichst wenig nutzen – sie erzeugen zusätzliche Wärme.
- Ventilator – er verbraucht natürlich Strom, dies hält sich aber in Grenzen – die verursachte Luftbewegung wird meist als angenehm empfunden. Ein Ventilator kann natürlich nicht den Raum kühlen, aber er beschleunigt die Verdunstung auf der Haut und sorgt dadurch für angenehme Kühlung. Auch hier mit Maß und Ziel vorgehen, um aus der Kombination Schwitzen und „Wind“ keine Erkältung zu konstruieren.
- Immer wieder gibt es den Tipp, feuchte Tücher vor das Fenster zu hängen. Dies ist nicht unbedingt ideal – sie sorgen einerseits für Verdunstungskälte, was im ersten Moment sinnvoll scheint, andererseits aber auch für eine höhere Luftfeuchtigkeit im Innenraum, die die Hitzebelastung steigern kann

Ist durch eine länger andauernde Hitzewelle von Mauer, Möbel und Böden bereits alles durchgewärmt, helfen alle Maßnahmen nur mehr bedingt.
Natürlich gibt es auch die Möglichkeit, eine Klimaanlage einzubauen. Dabei sollte bedacht werden, dass diese vernünftig eingesetzt wird. Zudem ist die Klimaanlage ein Stromfresser und kann bedenkliche Kältemittel enthalten, die unser Klima zusätzlich belasten.
Tipp: Der Temperaturunterschied sollte zur Außentemperatur nicht zu groß sein, um nicht Erkältungen, Bindehautentzündungen oder auch Verspannungen durch den „Wind“ der Klimaanlage zu riskieren.
6. Körper mit Wasser abkühlen
Kleine Erfrischungen zwischendurch helfen, die Körpertemperatur zu regulieren: Nicht umsonst genießen wir im Sommer das Schwimmen im See oder im Meer. Doch nicht jede/r hat das Glück, den nächsten See um die Ecke zu haben. Dann helfen die folgenden Tipps:
- Kühle Fußbäder
- Ein feuchtes Tuch im Nacken
- Kurz kaltes Wasser über die Handgelenke laufen lassen
Tipp: Lauwarm bis kühl duschen. Eiskaltes Duschen oder Baden kann für den Kreislauf zu belastend sein. Zudem kann der Körper auf den Kältereiz mit zusätzlicher Erwärmung reagieren.
7. Auf Warnzeichen des Körpers achten
Hitzeschwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit oder Erschöpfung können erste Anzeichen eines Hitzeschlags oder einer Dehydrierung sein. Diese sollen unbedingt ernst genommen werden. Dann gilt: sofort in den Schatten, viel trinken und den Körper kühlen.
Tipp: Im Zweifel lieber einen Arzt aufsuchen – dies gilt vor allem bei Kindern.
Fazit
Sommerliche Hitze kann schön, aber auch gefährlich sein. Mit den richtigen Verhaltensweisen kann der Sommer jedoch unbeschwert genossen werden. Achte auf dich und deine Mitmenschen – nicht jede/r empfindet die Hitze gleich und vor allem Kinder, ältere Menschen und Tiere sind besonders hitzeempfindlich.
In diesem Sinne: Bleib cool und genieße den Sommer! Der nächste Winter kommt bestimmt!

Fotos: Zimek, Wassermelone, Gläser, Ventilator: KI-generiert