Die Abende werden länger, die Temperaturen laden zu Aktivitäten im Freien ein und erste kulinarische Aromen umschmeicheln beim Spazierengehen, Radfahren oder Joggen unsere Nasen. Es mag ja Menschen geben, die auch im Winter der Grillerei frönen, doch seien wir ehrlich: Richtig genießen können wir die am Grill gezauberten Köstlichkeiten erst, wenn der warme Pullover, Schal und Haube im Schrank bleiben können. Aber jetzt, wo ein sattes Grün die Bäume überzieht, die Sonne Körper und Gemüt wärmt und die Vögel zu schier endlosen Symphonien ansetzen, wird es Zeit, auch die Kochkünste ins Freie zu verlegen. Ob Garten, Balkon oder öffentlicher Grillplatz; ob als normales Mittag- oder Abendessen, ein gemütliches Zusammentreffen mit Familie und Freund:innen oder als große Party; ob mit einem kleinen Eisengrill, Gas- oder Elektrogriller oder am offenen Lagerfeuer – für das Grillen gibt es viele Möglichkeiten – und auch Zutaten. Bei letzterem sind der Phantasie und dem Geschmack keine Grenzen gesetzt, egal ob mit oder ohne Fleisch. Die Rezepte dazu überlassen wir den Foodblogger:innen oder können auch dem guten alten Kochbuch entnommen werden. Wir als Apotheke konzentrieren uns auf unser Kerngebiet: Wirkung und Nebenwirkung.

1. Was ist Grillen und wofür wird es angewendet?
Grillen ist ein seit Generationen bewährtes Mittel zur Bekämpfung von Langeweile, Vereinsamung und Kühlschranküberfüllung, indem es Lebensfreude, zwischenmenschliche Kontakte und kulinarischen Genuss fördert. Es kommt vor allem bei schönem Wetter, bevorzugt in der warmen Jahreshälfte zur Anwendung und eignet sich hervorragend zur Behandlung akuter Symptome wie „Lust auf Gemeinschaft“ und „Hunger auf Röstaromen“.
Positive Wirkungen:
- Fördert soziale Kontakte (Freunde, Familie, Nachbarn)
- Hebt die Stimmung und kann das seelische Wohlbefinden verbessern
- Unterstützt den Genuss regionaler und saisonaler Lebensmittel
- Kann, je nach Variante, vegan, vegetarisch, gesundheitsbewusst aber auch deftig und fleischlastig eingenommen werden
2. Was sollten Sie vor der Anwendung von Grillen beachten?
Grillen ist im Allgemeinen gut verträglich. Dennoch sollten – in seltenen Fällen – bestimmte Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden:
Nicht anwenden:
- Bei starkem Regen, Gewitter, Tornados oder Schneesturm
- Bei großer Trockenheit (Wald- und Wiesenbradgefahr) in der freien Natur
- Auf ungesicherten Flächen oder in der Nähe leicht entzündlicher/explosiver Materialien
3. Wie ist Grillen anzuwenden?
Grillen sollte in entspannter Atmosphäre und möglichst mit netter Gesellschaft eingenommen werden. Empfohlen wird:
- Grill entfachen (bitte kein Benzin – wirklich, lassen Sie das!)
- Getränke öffnen (Dosierung nach Verträglichkeit, Promillegrenze beachten)
- Gespräche über Urlaub oder die perfekten Grillrezepte beginnen
- Hauptgang bestehend aus gegrilltem Fleisch, Gemüse, Käse oder Fisch nach Wahl
- Nachbereitung durch gute Gespräche (Themen unbegrenzt möglich, Vermeiden Sie jedoch Problemthemen – wegen der Stimmung) oder einen gemeinsamen Verdauungsspaziergang
4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?
Wie bei allen Anwendungen kann es auch beim Grillen zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen.
Häufige Nebenwirkungen (tritt fast immer auf):
- Sonnenbrand auf exakt jener Stelle, die man vergessen hat einzucremen
- Bauch voll, aber noch Platz fürs Dessert
- Rauchgeruch in Kleidung und Haaren
- Rauch in den Augen (immer!)
Gelegentliche Nebenwirkungen:
- Verbrennungen durch unsachgemäße Handhabung des Grills
- Stechmückenattacken bei Dämmerung
- Unverträglichkeiten, Allergien auf Inhaltsstoffe (dies lässt sich jedoch durch angepasste Zusammensetzung des Grillguts vermeiden – Vorsicht ist hier vor allem bei Einladungen wichtig)
- Nachbarbeschwerden bei starkem Rauch oder Grillgeruch oder
- Nachbarschaftsduell: Wer grillt besser
- Diskussionen über Holzkohle versus Gas (kann stundenlang dauern)
Seltene – aber ernste – Nebenwirkungen:
- Kohlenmonoxidvergiftung bei Grillen in geschlossenen Räumen (Lebensgefahr!)
- Verstärkte Grillleidenschaft mit dem Wunsch nach täglicher Anwendung
- Flammeninferno durch Spiritus-/Benzin-Stunt
5. Wie ist Grillen zu dosieren?
Hierzu gibt es zwei Punkte zu beachten. Einerseits die individuelle Dosis die bei Verzehr von gegrillten Lebensmitteln zu beachten ist. Diese hängt stark von Alter, Größe und Gewicht ab und daher kann keine allgemein gültige Angabe gemacht werden.
Der zweite Punkt betrifft die Örtlichkeiten, wo gegrillt wird. Hier sind ortsübliche Gegebenheiten einzuhalten und es hängt zum Teil stark von der Nachbarschaft ab, wie oft das Grillen akzeptiert wird. Es geht dabei nicht nur um Gerüche, die von einem Balkon in die Nachbarwohnung strömen, sondern, vor allem beim Holzkohlengrill auch um Rauchentwicklung. In einem Mehrparteienhaus und bei enger Verbauung wird dies stärker zum Tragen kommen als am Land mit großen Gärten. Sprechen Sie sich mit Ihren Nachbarn ab, erkundigen Sie sich bei Ihrer Hausverwaltung und treffen Sie eine kluge Wahl bei der Art Ihres Grillers.
Empfohlene Dosis:
- 1–2 Mal pro Woche bei gutem Wetter reichen aus, um Vitamin D-Mangel und – je nach Grillgutzusammensetzung – Cholesterinspiegel zu heben
- In Maßen genossen unbedenklich
Überdosierung:
- Kann zu Müdigkeit, Bauchschmerzen, Knoblauchausdünstung und Grillmüdigkeit führen
- Sollten Sie zu häufig gegrillt haben, wird die Anwendung einer Grillpause (mindestens 1–2 Tage) empfohlen und
- Therapie: Kräutertee, Verdauungssapziergang und/oder Leiden auf der Gartenliege
6. Wie ist Grillen aufzubewahren?
- Grillgeräte sicher lagern, von Kindern fernhalten
- Brennmaterial trocken und kühl lagern
- Resteverwertung am Folgetag möglich (z. B. in Salaten oder Wraps)
Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt nicht die persönliche Beratung in Ihrer Apotheke. Bei Fragen zu Sonnencreme, Sodbrennen, Insektenschutz oder Erste-Hilfe bei Sonnenbrand und Verbrennungen sprechen Sie uns gerne an!
