Oktober 2026:
Was ist ein Schnupfen?
Definition: Ein Schnupfen (medizinisch: Rhinitis) ist eine Entzündung der Nasenschleimhaut. Typisch sind eine laufende oder verstopfte Nase, Niesreiz und vermehrte Schleimbildung.
Auslöser gibt es mehrere:
- Erkältungsviren
- Allergien
- Reizstoffe und Umwelteinflüsse, etwa Staub oder trockene Heizungsluft
Hier geht es um den Klassiker, der pünktlich mit Herbst und sich nahendem Winter in unseren Nasen festsetzt: den Erkältungsschnupfen – bei uns häufig auch einfach nur als Verkühlung bezeichnet..
Über 200 Gegner
Ausgelöst wird der Erkältungsschnupfen durch Viren, und davon gibt es mehr als genug. Man geht von über 200 verschiedenen Typen aus. Die häufigsten Übeltäter sind die Rhinoviren. Dazu kommen unter anderem Corona-, Adeno- und Parainfluenzaviren. Unser Immunsystem wird also richtig gefordert. Die große Anzahl an unterschiedlichen Erregern ist auch der Grund, warum es bis heute keine Impfung gegen Schnupfen gibt: Man müsste gegen unzählige Erreger gleichzeitig impfen. Und bei einer überstandenen Erkältung? Da kennt unser Immunsystem gerade einmal diesen einen Erreger und die nächsten Viren, die vorbeischauen, sind ohnehin meist ganz andere.
Wussten Sie? Rhinoviren vermehren sich am liebsten bei etwa 33 bis 35 °C. So kühl bzw. warm ist es in unserer Nase. Sie haben sich ihr Zuhause gut ausgesucht.
Wie holt man sich einen Schnupfen?
Die kurze Antwort: Kälte allein macht keinen Schnupfen. Es braucht immer einen Erreger. Ohne Viren wird man auch bei kalten Füßen kein Schnupfen kommen.
Ganz unschuldig ist die Kälte aber nicht. Kalte Luft kann die Schleimhäute auskühlen und weniger durchbluten, dadurch ist die Abwehr in der Nase etwas schwächer. Die Viren scheinen ohnehin überall zu lauern und haben dann leichtes Spiel. Dazu kommt, dass wir uns in der kalten Jahreszeit mehr in geschlossenen Räumen aufhalten, dichter beieinander hocken und das Ganze garniert mit trockener Heizungsluft. Mit trockenen Schleimhäuten steht den Viren der Weg offen.
Die Ansteckung erfolgt über zwei Wege:
- Tröpfcheninfektion: Beim Niesen, Husten und selbst beim Sprechen gelangen winzige Tröpfchen in die Luft und kommen über das Atmen in die Nase.
- Schmierinfektion: Viren landen über die Hände (Türklinken, Handy, Einkaufswagen, Hände schütteln) im Gesicht, in Nase oder Augen.
Zwischen Ansteckung und den ersten Beschwerden vergehen meist ein bis drei Tage. Ansteckend ist man oft schon kurz davor und besonders in den ersten Krankheitstagen.
Wissenswert: Wir fassen uns im Schnitt mehrmals pro Stunde ins Gesicht, meist ohne es zu merken. Die Viren freut das.
So läuft ein Schnupfen ab
Ein fixes Drehbuch gibt es nicht, im Großen und Ganzen lassen sich die Szenen so anordnen, Improvisationen sind möglich: Meist beginnt es harmlos mit einem Kratzen im Hals, Kitzeln in der Nase, Niesen und die Nase beginnt zu rinnen. Nach ein paar Tagen wird das Sekret zäher und oft gelb oder grün. Das heißt nicht automatisch, dass Bakterien im Spiel sind. Es sind schlicht die tapferen Abwehrzellen, die ihre Arbeit machen. Die Nase ist verstopft, man fühlt sich schlapp. Manchmal kommen leichte Kopfschmerzen oder sogar etwas Fieber dazu. Nach sieben bis zehn Tagen ist der Spuk in der Regel vorbei.
Erwachsene haben zwei- bis viermal im Jahr eine Erkältung, Kinder sechs- bis achtmal. Ihr Immunsystem muss die Erreger erst kennenlernen.
Wissenswert: Wenn bei einem Schnupfen alles nach nichts schmeckt, liegt das selten an der Zunge. Was wir als Geschmack empfinden, ist zum großen Teil Geruch. Süß, sauer, salzig, bitter und herzhaft erkennt die Zunge auch bei verstopfter Nase, alles Feinere geht verloren. Wenn die Erkältung vorbei ist, ist meistens auch der Geruchssinn und damit der Geschmack wieder zurück.
Gibt es den Männerschnupfen wirklich?
Männer sagen ja. Frauen verdrehen die Augen. Sogar die Wissenschaft wollte eine Antwort finden und den gequälten Männern zumindest mentale Unterstützung zukommen lassen. Die These: Das männliche Hormon Testosteron könnte die Immunabwehr ein wenig dämpfen. Dass Frauen und Männer auf Viren tatsächlich teilweise unterschiedlich reagieren, ist belegt. Ob Männer bei einem Schnupfen aber wirklich kränker sind, konnte dann (leider) doch nicht bewiesen werden. Und ehrlich gesagt: Wer mit verstopfter Nase, brummendem Kopf und Schlappheit im Bett liegt, darf sich krank fühlen, egal ob Mann, Frau oder Kind. Ein Schnupfen ist eben auch nicht lustig, wenn man mittendrin steckt.
Unser Fazit: Der Männerschnupfen ist vermutlich kein medizinischer Notfall, sondern einfach ein Schnupfen in sensibler Männernase. Ein Tipp für alle Beteiligten: Die einen dürfen leiden, die anderen dürfen schmunzeln, und beide dürfen sich über eine Tasse Tee freuen. Wer gerade selbst betroffen ist, darf übrigens trotzdem weiterlesen. Die Hausmittel kommen weiter unten.
Vorbeugen
Eine Garantie gibt es nicht, aber es gibt doch so manche Maßnahme, um die Viren auf Abstand zu halten:
- Hände waschen: regelmäßig und gründlich, mit Seife, rund 20 bis 30 Sekunden. Besonders nach Öffis, Einkaufen und vor dem Essen.
- Nicht ins Gesicht greifen, wenn die Hände nicht frisch gewaschen sind.
- In die Armbeuge niesen und husten, Taschentücher nur einmal verwenden und danach entsorgen.
- Abstand halten zu Menschen, die gerade mitten in einer Erkältung stecken (und Rücksicht nehmen, sollte man gerade selbst eine Virenschleuder sein – man weiß nie, welche gesundheitlichen Probleme ein Gegenüber unter Umständen hat).
- Regelmäßig lüften, damit die Raumluft frisch bleibt und die Schleimhäute nicht austrocknen.
- Schlaf, Bewegung an der frischen Luft und ausgewogene Ernährung halten das Immunsystem fit.
Wussten Sie? Das Papiertaschentuch ist eine deutsche Erfindung und kam 1929 in Nürnberg auf den Markt. Der Markenname wird heute noch teilweise als Synonym für ein Papiertaschentuch verwendet. Wissen Sie, um welche Marke es sich handelt? Davor gehörte zur Erkältung das Stofftaschentuch, das man auskochen musste.

Was hilft: Nasenspray, Vitamine und Hausmittel
Ein Schnupfen dauert ohne Behandlung sieben Tage, mit Behandlung eine Woche, wird oft scherzhaft gesagt. Eine Beobachtung, die sich mit jeder Erkältung zu bestätigen scheint (und dass Ausnahmen die Regel bestätigen, wissen wir auch).
Fazit: Gegen die Viren selbst gibt es nichts, aber man kann dem Körper die Arbeit bei der Abwehr und Bekämpfung erleichtern.
Nase frei machen
- Nasenspülung oder Kochsalz-Spray (Meerwasser): befeuchtet, löst das Sekret und macht die Nase frei. Das darf man beliebig oft verwenden.
- Abschwellende Nasensprays wirken schnell und sind für die Nacht eine Wohltat. Sie sollten aber nicht länger als fünf bis sieben Tage verwendet werden. Sonst gewöhnt sich die Schleimhaut daran und schwillt danach erst recht an. Packungsbeilage beachten!
Hausmittel
- Viel trinken, am besten Warmes wie Tee oder klare Suppe. Das hält die Schleimhäute feucht und den Schleim dünn.
- Ruhe und Schlaf: Der Körper arbeitet gerade auf Hochtouren.
- Oberkörper im Bett leicht erhöht lagern. Dann fällt das Atmen im Schlaf leichter leichter.
- Frische, nicht zu trockene Luft: regelmäßig stoßlüften.
- Inhalieren tut vielen gut, die Wirkung ist wissenschaftlich aber eher gering. Wichtig: Nicht zu heiß, um keine Verbrennungen zu riskieren.
Und die Vitamine?
Vitamine und Mineralstoffe sind keine Wundermittel, aber wichtige Bausteine. Das Immunsystem braucht sie, damit es normal arbeiten kann.
- Vitamin C trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei. Der Körper kann es kaum speichern, deshalb lohnt es sich, regelmäßig Frisches zu essen: Paprika, Kiwi, Zitrusfrüchte, Sauerkraut u.a. Die Studien zeigen, dass Vitamin C bei ausgewogener Ernährung Erkältungen kaum verhindert. Das heißt aber nicht, dass es nichts tut: Es ist für das Immunsystem nötig, und bei Mangel, Stress oder einseitiger Ernährung kann ein Vitaminpräparat durchaus Sinn machen.
- Zink trägt ebenfalls zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei.
- Vitamin D trägt zur normalen Funktion des Immunsystems bei. Im Herbst und Winter bildet die Haut mangels Sonne kaum etwas davon. Ob eine zusätzliche Zufuhr sinnvoll ist, klärt man am besten mit Arzt oder Apotheke.
Ob und wie stark sie bei einer akuten Erkältung wirken, wird in Studien unterschiedlich beurteilt. Fragen Sie uns gerne, was in Ihrer Situation passt.
Wissenswert: Die Hühnersuppe der Großmutter ist mehr als ein Mythos. Im Labor konnte eine leicht entzündungshemmende Wirkung gezeigt werden. Sie ist warm und schmeckt – allein das tut bei einer Erkältung schon gut.
Wann zum Arzt?
Für gesunde Menschen ist ein Schnupfen lästig, aber ungefährlich (auch für Männer) und heilt von selbst. Kommen jedoch Folgeerkrankungen dazu, wie eine Nasennebenhöhlen-, Mittelohr- oder Bronchienentzündung, sollte ein Arztbesuch angedacht werden. Vor allem dann, wenn:
- das Fieber über 39 °C steigt oder länger als drei Tage anhält
- starke Ohren-, Gesichts- oder Kopfschmerzen auftreten
- Atemnot oder pfeifende Atmung dazukommt
- es nach anfänglicher Besserung wieder schlechter wird
- die Beschwerden länger als zehn Tage dauern
- Schwangere, ältere oder chronisch kranke Menschen betroffen sind
Schnupfen bei Babys und Kleinkindern
Babys und Kleinkinder brauchen vor allem eines: eine freie Nase. Säuglinge atmen fast nur durch die Nase, und ist sie verstopft, werden Trinken und Schlafen mühsam.
- Nase freihalten: isotonische Kochsalz-Tropfen oder -Spray, vor dem Trinken und vor dem Schlafengehen, bei Bedarf mit Nasensauger.
- Öfter kleine Mengen anbieten: Babys lieber häufiger stillen oder füttern, dafür kürzer.
- Schonen darf sein, auch wenn die Energie tagsüber manchmal etwas anderes behauptet.
- Vorsicht mit Inhalieren, Mentholsalben und Kampfer: Bei Babys und Kleinkindern können sie die Atemwege reizen, heißer Dampf birgt außerdem Verbrühungsgefahr.
- Honig hilft bei Reizhusten, ist aber erst ab dem ersten Geburtstag geeignet (Gefahr von Säuglingsbotulismus).
- Abschwellende Nasentropfen bei Kindern nur nach Rücksprache mit Kinderarzt oder Apotheke.
Sofort zum Arzt gehört: ein Säugling unter drei Monaten mit Fieber, ein Kind mit Atemnot oder Trinkverweigerung und ein Kind, das ungewöhnlich schläfrig oder teilnahmslos wirkt.
Bitte beachten Sie:
Aktualität: Medizinisches Wissen unterliegt einem ständigen Wandel. Obwohl unsere Inhalte sorgfältig recherchiert wurden, übernehmen wir keine Garantie für deren Vollständigkeit, Richtigkeit und dauerhafte Gültigkeit.
Apotheke als Ihre erste Anlaufstelle: Wir beraten Sie kompetent bei kleineren Beschwerden, prüfen Wechselwirkungen und sind eine wertvolle Ergänzung zum Arzt. Diese Unterstützung ersetzt jedoch keine ärztliche Diagnose oder Behandlung.
Wann zum Arzt? Bei schweren Symptomen (z. B. hohes Fieber, starke Schmerzen, …) oder anhaltenden Beschwerden ist umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
