Vier-Berge-Lauf

 

Was für ein Tag! Start in den „Tag“ 0.00 Uhr,. Kein Schlaf, 52 km Fußmarsch, 2000 Höhenmeter. Der Vier-Berge-Lauf vom Magdalensberg, über den Ulrichsberg und Veitsberg bis zum Ziel, den Lorenziberg. Gemeinsam mit meinem Freund Peter Plaimer hatten wir uns dieses Jahr entschlossen, trotz relativ schlechter Wetterprognose, aufzubrechen, um die 4 Berge mitsamt seinen Kirchen und Plätzen aufzusuchen. Unsere Wanderung war eine wunderbare Mischung aus Spiritualität und sportlichem Ehrgeiz.

Die Rucksäcke waren gepackt, die Bäuche gut, aber nicht belastend, gefüllt, sprich die Speicher waren voll und wir waren bereit zum Aufbruch. Der Bus brachte uns auf den windigen Gipfel des Magdalensberges, wo wir recht bald den Entschluss fassten, vor Mitternacht loszumarschieren, um dem prognostizierten Schlechtwetter und dem vorherrschenden Wind entkommen zu können.

Peter und ich am Magdalensberg
Start: Magdalensberg
Gute Laune beim Start
Gute Laune in Pörtschach am Berg

Nach kurzen Pausen beim Gasthof Fleissner und in Pörtschach am Berg erreichten wir um 4.20 Uhr den Ulrichsberg. Ganz schön steil, finster und monoton, aber durchaus spannend im Lichtkegel der Stirnlampe gemeinsam mit vielen anderen durch die Nacht zu wandern. Das Wetter zu diesem Zeitpunkt war gut.

Kirchenruine am Ulrichsberg
Kirchenruine am Ulrichsberg
Nur die Stirnlampen sorgen für etwas Helligkeit
Nur die Stirnlampen sorgen für etwas Helligkeit

Nach dem Besuch der Bergkapelle, führte uns der Weg wieder hinunter vom Berg. Karnberg und Zweikirchen waren herrliche Plätze um wieder Energie zu tanken. Vogelgezwitscher und Tageslicht waren von nun an unsere Begleiter und die mitgebrachten Zuckerl waren griffbereit, um sie den lieben Kindern am Wegesrand in ihre Körbe, Traktoren, Anhänger und andere Vorratsbehältnisse zu legen.

Stärkung ... nun schon bei Tageslicht
Stärkung … nun schon bei Tageslicht
Zuckerl für die Kinder
Zuckerl für die Kinder
Kirche in Karnburg
Zweikirchen

Das Wetter war noch immer recht gut. Eine Leberkäsesemmel in St. Leonhard sorgte für einen Energieschub.  Von nun an ging es bergauf in Richtung Liemberg. Liemberg erreichten wir um 8.45 Uhr und der kulinarische Höhepunkt dieser Station war die Frittatensuppe aus dem Bierbecher.

Frittaten-Suppe aus dem Bierbecher
Frittaten-Suppe aus dem Bierbecher … in diesem Moment ist das 4-Hauben-Küche

Wer schon mal dabei war, kennt die Wohltat dieser Stärkung. Elektrolyte und Kohlehydrate und das warm … herrlich. Ein kurzer Abstecher in das Schloss Liemberg, der Hollersaft dort war ein Traum, und weiter ging´s in Richtung Veitsberg. Der Weg dorthin führte uns über die Blutwiese und die Kapelle am Veitsberg wurde von uns um 10.15 Uhr besucht.

Über die Blutwiese
Noch ein kurzes Stück bis zum Veitsberg
Kapelle am Veitsberg
Kapelle am Veitsberg
Wunderbarer Ausblick ... das muss fotografisch festgehalten werden
Wunderbarer Ausblick … das muss fotografisch festgehalten werden

Nachdem wir durch die „Höll“ gegangen waren, kehrten wir in Gradenegg zu, um uns ein Ritschert zu genehmigen. Das Wetter war schlecht. Allerdings nur, solange wir die Suppe löffelten. Also, brav aufessen, dann bleibt es trocken! Ich muss schon sagen…müde war ich zu diesem Zeitpunkt schon und die Frage nach dem Sinn dieser Wanderung hat sich mir hier wieder gestellt – weil es wäre doch viel schöner im kuscheligen Bett zu Hause eine Mütze voll Schlaf zu bekommen – aber nein „Jetzt sind wir schon so weit gekommen, jetzt gehen wir weiter!“ Gesagt getan, auf geht´s nach Sörg in die Kirche und weiter Richtung Ziel. Am Weg dorthin wurden wir noch mit Bioeiern, Kaffee und Kuchen verwöhnt und mit den Jägern hat sich auch noch ein nettes Gespräch ergeben.

Um 14.56 Uhr war es dann soweit. Wir erreichten das Ziel und durften diesen Moment fotografisch festhalten und genießen.

Fast am Ziel
Fast am Ziel
Am Ziel ... erschöpft aber glücklich
Am Ziel … erschöpft aber glücklich

Warum macht man bei so einem Lauf mit? Sportlicher Ehrgeiz? Weil man es schon immer wollte? Weil andere auch gehen? Spiritualität? Religiosität? Ich kann Ihnen diese Frage nicht genau beantworten. Wahrscheinlich eine Mischung aus allem. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, danach schläft es sich schon in einer ganz besonderen Qualität. Es fasziniert mich immer wieder, welche Gespräche auf den langen Märschen entstehen, welche Menschen man kennenlernt, welche Gedanken durch den Kopf gehen und zu welcher Leistung man in der Lage ist. Ich freue mich schon jetzt auf meinen 7. Vier-Berge-Lauf im nächsten Jahr, mit all den kulinarischen Höhepunkten, und bin gespannt, wer mich begleiten wird und mit wem ich in welche Gespräche kommen werde.

Ich bin dankbar dafür, auch dieses Jahr wieder dabei gewesen zu sein. Lieber Peter Plaimer, vielen Dank, dass du mich begleitet hast!