Endlich ist der Frühling da … und mit ihm die Pollen!

Die Sonne gewinnt an Kraft, die Tage werden länger und die Natur beginnt, sich wieder in ein grünes und blumiges Kleid zu hüllen. Die meisten von uns können dies auch uneingeschränkt genießen, doch für einen gar nicht so kleinen Teil ist der Frühling eng verknüpft mit juckenden Augen, Nasen und Niesen bis zu allergischem Asthma. Heuschnupfen … was im Volksmund so lustig klingt ist für Betroffene sehr unangenehm und kann sich zu einem ernsten, gesundheitlichen Problem auswachsen.

Blühender Obstbaumzweig

Als Allergiker ist es wichtig zu wissen, welche Pollen für die unangenehmen allergischen Reaktionen verantwortlich sind. Wer jedes Jahr zur Hasel- oder Gräserblüte unter Bindehautentzündung, Schnupfen oder auch Husten und Atemnot leidet, sollte nicht nur an Erkältungen denken. Neben genauer Beobachtung oder einem Beschwerdetagebuch kann ein Allergietest beim Arzt für Sicherheit sorgen. Eine Allergie sollte immer ernst genommen werden, da es häufig zu einem sogenannten Etagenwechsel kommt. Das bedeutet, dass aus einer juckenden Nase im Laufe der Zeit durchaus ein ernstzunehmendes Asthma werden kann, welches auf jeden Fall eine Behandlung benötigt.

Haselblüte

Wann welche Pollen in welcher Konzentration in der Luft sind, kann beim Pollenwarndienst eingesehen werden.
Wir haben für euch hier ein paar Möglichkeiten, mit einer Pollenallergie dennoch den Frühling zu genießen, zusammengetragen. Wir weisen darauf hin, dass diese Aufzählung weder einen Arztbesuch ersetzen kann, noch vollständig ist..

1) Allergenvermeidung

Nicht immer einfach und meistens nur ein Kompromiss. Pollen sind nicht immer und überall gleich vorhanden. Nach einem Regen sind weniger Pollen in der Luft, so dass dieser Zeitpunkt für einen Spaziergang genutzt werden kann. Aber auch der Tageszeitpunkt spielt eine Rolle. Das Fenster sollte nicht den ganzen Tag zum Lüften geöffnet sein. Es ist besser, ganz in der Früh oder am Abend zu lüften. Ein Pollenschutzgitter hält zumindest einen Teil von Pollen ab. Nasenspülungen können Erleichterung bringen, weil sie die Pollen aus der Nase spülen. Haare waschen, um Pollen daraus zu entfernen, Kleidung nach längerem Aufenthalt im Freien wechseln und Wäsche während der Pollensaison nicht im Freien trocknen lassen, sind ein paar Dinge, die beachtet werden können, um die Pollenkonzentration zu verringern.

junge Blätter im Gegenlicht

Allergiker wissen jedoch, dass es fast ein Ding der Unmöglichkeit ist, den Pollen aus dem Weg zu gehen. Es gibt zum Glück ein paar weitere Möglichkeiten, die die Pollensaison erleichtern.

2) Desensibilisierung

Dabei wird versucht, indem der Körper immer wieder mit kleinsten Mengen des Allergens in Kontakt gebracht wird, diesem beizubringen, dass die Pollen die ganze Aufregung nicht wert sind. In der Zwischenzeit gibt es alternativ zu den Spritzen auch Tropfen, die unter die Zunge gegeben werden. Die Behandlung ist langwierig, hat aber eine hohe Erfolgsquote. Der Körper lernt, dass die Pollen keine Gefahr darstellen und die allergischen Reaktionen werden gelindert oder verschwinden sogar gänzlich.

Aus Erfahrungen im Familienkreis weiß ich, dass diese Behandlung unterschiedlich empfunden wird. Während die Tropfen beim Einen keinerlei Belastung darstellen, kann schon vorkommen, dass eine andere Person ein unangenehmes Jucken oder sogar leichte Schwellungen im Mundraum verspürt. Auch unsere Kunden berichten von unterschiedlichen Erfahrungen. Einen Versuch mit der Aussicht auf ein beschwerdefreieres Frühjahr ist die Desensibilisierung jedenfalls wert. Bitte nur mit ärztlicher Begleitung.

Kirschblütenblätter in Händen

3) Nahrungsergänzungsmittel

Bitte nicht alles glauben, was im Internet versprochen wird. DAS Wundermittel, welches jede Allergie erfolgreich heilt, gibt es nicht. Das hätte sich schon längst herum gesprochen, ich als Apotheker wäre durch den Verkauf dieses Wundermittels reich und wir könnten alle eine beschwerdefreie Zeit genießen.

Eine gute Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen wird immer einen positiven Effekt haben. Ein Pflanzenstoff, mit dem wir gute Erfahrungen gemacht haben, ist die Tragantwurzel. Sie reguliert das Immunsystem und lindert dadurch Allergiesymptome. Das Präparat gibt es in Form von Kapseln oder für Kinder auch als Saft. Wie bei anderen Nahrungsergänzungsmitteln gilt auch hier, dass es einenVersuch wert ist. Die Erfahrungen dazu sind unterschiedlich. Jene, bei denen es wirkt, freuen sich über ein beschwerdefreieres Frühjahr.

Haselblüten


4) Ernährung 

Eine ausgewogenen gesunde Ernährung hilft dem Körper, mit unterschiedlichsten Situationen umzugehen. Dies gilt nicht nur für Allergiker. Als Pollenallergiker kann es jedoch Sinn machen, bestimmte Nahrungsmittel zu meiden, um Kreuzreaktionen zu verhindern. Kern- und Steinobst wie Äpfel oder Pfirsich können bei Birkenallergikern ebenfalls allergische Reaktionen hervorrufen. Es gibt natürlich noch weitere Kreuzreaktionen, die wohl einen eigenen Beitrag füllen würden.

Birkenblüte

5) Medikamentöse Behandlung

Natürlich spielt bei Allergien die Behandlung der Symptome eine wesentliche Rolle. Juckende Augen können mit speziellen Augentropfen und auch die allergiegeplagte Nase mit entsprechenden Sprays behandelt werden. Auch wenn Homöopathie polarisiert, gibt es hierzu immer wieder positive Erfahrungen von Kunden. Sobald sich jedoch Husten oder Atemnot dazu gesellt, sollte unbedingt ein Arzt zu Rate gezogen werden. 
Antihistaminika können helfen, den Alltag in Schule und Arbeit zu bewältigen, in schwereren Fällen auch spezielle Asthmasprays.

Junge Frau hockt in blühender Wiese

6) Hypnose

Ein ganz anderer Ansatz, der immer wieder, nicht nur bei Allergien zu verblüffenden Ergebnissen führt, ist die Kraft unserer Gedanken. Und genau damit arbeitet die Hypnose. Dazu gibt es auch einen Fall in meiner engeren Verwandtschaft. Bei dem Kind ist die Birkenallergie von Jahr zu Jahr schlimmer geworden. Anfangs war es nur Niesen und Schnupfen, im Laufe der Jahre kamen Husten und Atemnot hinzu und ohne Antihistaminikum, Asthmaspray und kaum noch ins Freie gehen, ging bei dem Kind während der Birkenblüte nichts mehr. Nach einer Hypnosesitzung, in der suggeriert wurde, dass die Pollen egal sind, war das Kind schlagartig nahezu beschwerdefrei. Zumindest konnte in den folgenden Jahren auf den Einsatz von Medikamenten verzichtet werden. 

Magnolienblüten


Zusammenfassend möchte ich festhalten, dass auch Allergiker gut durch die Pollensaison, die sich leider nicht nur auf das Frühjahr beschränkt, kommen können. Manchmal hilft vielleicht schon eine einzelne Maßnahme, manchmal eine Kombination, um die lästigen Symptome zu lindern oder auch los zu werden. Egal welcher Weg eingeschlagen wird, etwas gilt immer: Positiv denken und ausprobieren, was hilft, ist immer besser, als nichts zu tun. Zum Glück gibt es auch viele Blüten, deren Pollen für Allergiker unbedenklich sind … einfach daran freuen.

Löwenzahnsamen